Karlsruhe – 21 – Der Schlachthof

Wohngebiet beim Alten Schlachthof

Der Alte Schlachthof ist ein Areal in der Karlsruher Oststadt, auf welchem sich bis 2006 der städtische Schlachthof befand und seitdem ein sogenannter Kreativpark entsteht, bestehend aus Kulturzentren und künstlerischen Einrichtungen.

Auf dem Gelände trifft man Kunst und Kultur genauso wie Bürogebäude und Gastronomie. Im ehemaligen Gasthaus kehrten früher die Metzger nach getaner Arbeit ein. An dieser Stelle befindet sich auch heute noch ein Restaurant, mit dem Namen „Im Schlachthof“. Unweit findet man weiter Möglichkeiten zur Einkehr. Teilweise gibt es Livemusik.

Wer sich nach dem Essen noch kulturell unterhalten will ist im Tollhaus oder Substage genau richtig. Das vielfältige Kulturprogramm bietet aus den Bereichen Musik, Tanz und Kabarett eine Mischung für Jedermann.

Ein besonderer Ort für junge Startups findet sich  In der ehemaligen Schweinemarkthalle. Dort sind 68 gebrauchte Seefrachtcontainer untergebracht, in denen sich Büroeinheiten befinden.

Der Schlachthof wurde Ende des 19. Jh. von Wilhelm Strieder als  prachtvolles Ensemble nach barockem Vorbild zwischen Schloss Gottesaue und dem städtischen Gaswerk geplant. Die endgültige Schließung des Geländes erfolgte nach über 100 Jahren Nutzung 2007. Seit dieser Zeit hat sich der ehemalige Schlachthof zu einem kulturellen und kreativen Zentrum gemausert.

Die gesamte Anlage des ehemaligen Schlacht- und Viehhofes steht  unter Kulturdenkmalschutz.

Bevor der Karlsruher Schlachthof an seinem heutigen Standort angesiedelt wurde, befand er sich an unterschiedlichen Stellen. Das erste Schlachthaus Karlsruhes lag am heutigen Marktplatz. Im Jahre 1794 stand ein Umzug an den heutigen Ludwigsplatz an, da die Geruchsbelästigung für die Anwohner unerträglich wurde. Bereits 1819 musste die Einrichtung erneut den Standort wechseln, da die Räumlichkeiten den gestiegenen Ansprüchen an Hygiene und Kapazität nicht gerecht wurden. Von nun an befand sich der Schlachthof in einem Neubau in der heutigen Leopoldstraße.

1883 wurde schließlich der Beschluss gefasst, den Schlachthof auf einem großen Areal in der in der Entstehung befindlichen Oststadt anzusiedeln.

1885 begann man unter der Leitung des Stadtbaumeisters Wilhelm Strieder mit dem Bau der Gebäude, am 28. März 1887 fand die feierliche Eröffnung statt. Man errichtete eine zweiflüglige Anlage, die von einer Mauer umschlossen am Rande der Stadt gelegen war. Zu den direkt zu Beginn errichteten Gebäuden zählen mehrere Stallgebäude, eine Kleinviehschlachthalle, eine Kaldaunenwäsche sowie Verwaltungsgebäude, Gaststätte und Pförtnerhaus. In den darauffolgenden Jahren wurden mehrere Erweiterungen durchgeführt, darunter 1892 ein Kühlhaus und eine Maschinenhalle, 1914 ein Pferdeschlachthaus sowie 1927 eine Schweinemarkthalle.

Die Anlage ist bis heute in ihrem Grundaufbau erhalten geblieben, alte Gebäude mit Sandsteinfassaden lassen noch immer sichtbar werden, wie dieser Ort einst genutzt wurde: Auf der einen Seite der Schlachthof, in dem geschlachtet und das Fleisch verarbeitet wurde, auf der anderen Seite der Viehhof, dort wurden die Tiere begutachtet und Handel getrieben. Ab 1950 bis in die 1980er Jahre wurde der Schlachthof infolge einer erhöhten Fleischnachfrage und veränderten technischen und hygienischen Vorgaben mehrfach baulich erweitert.

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