Der Karlsruher Karajan

In unserer Tageszeitung erschien unter der Überschrift „Karajan von Karlsruhe“ ein Artikel. Neugierig geworden was sich hinter dem Titel verbirgt, las ich den Beitrag. Und siehe da: Alte Erinnerungen wurden wach.

Mit den Anfängen des Automobils war es wegen der Menge des Verkehrs noch nicht notwendig, den Autoverkehr an Kreuzungen zu regeln bzw. in geordnete Bahnen zu lenken. Das änderte sich mit der Zunahme der Zahl der Kraftfahrzeuge bald.

Irgendwann kam die Polizei zu dem Ergebnis, dass der Verkehr durch die Polizei geordnet und geregelt werden muss. Ampeln gab es damals noch nicht. Auf den großen Kreuzungen wurden kleine, dreistufige Verkehrsregelungstürme aufgestellt. Auf diesen Türmen hatten Polizisten in weißer Uniform ihren Platz. Sie mussten von hier durch eindeutige Handzeichen den Verkehr regeln und den Autofahrern zeigen, wer wann wohin fahren darf.

In Karlsruhe gab es einen über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Polizisten, der mit viel Einsatz den Verkehr steuerte. Wer den Anweisungen dieses Mannes nicht folgte, musste das in Form einer mündlichen Verwarnung oder einem grellen Pfiff büßen. Er wurde der Karlsruher Karajan genannt, weil er die Verkehrsströme dirigiert hat.

Mehrere Stunden am Stück pro Tag, bei Wind und Wetter, Kälte und Hitze und mitten in den Abgasen stehend den Verkehr zu regeln, war eine schwere Aufgabe.

1972 wurden die Polizisten auf den Kreuzungen durch Ampeln ersetzt. Die erste wurde an der Kreuzung Karl-/Kriegsstraße aufgehängt. Es handelte sich um eine so genannte Heuer-Ampel. Die Ampel hing über der Mitte der Kreuzung und hatte auf allen vier Seiten grüne und rote Felder. Das Prinzip war ganz einfach: Auf jeder Seite drehte sich ein Zeiger (wie bei einer Uhr). War er auf dem roten Feld musste man warten, war er auf dem grünen Feld durfte man fahren.

5 Gedanken zu „Der Karlsruher Karajan

  1. Kasia

    Interessantes Eintauchen in die Vergangenheit. Was in Deutschland 1972 vorbei war, ist in Nepal noch immer Realität, dort regeln vielerorts noch „richtige“ Polizisten den Verkehr. Anscheinend haben sich die Ampeln nicht bewährt bzw. wurden ignoriert…

    Gefällt mir

    Antwort
    1. gsharald Autor

      Siehst du? Ich wandle auch in der Vergangenheit.

      Bei dem heutzutage herrschenden Verkehr wird ein Polizist wohl nicht ausreichen, um den Verkehr sicher zu regeln. Zumindest sehe ich das für Karlruhe so. Manchmal sind die AMpeln aber auch sehr nervig. In Karlsruhe haben sie eine Vorranschaltung für die Straßenbahnen. Wenn mehrere Bahnen nacheinander kommen haben die Vorrang und als Autofahrer bleibst du stehen. Erst beim dritten Mal, komme was da wolle, darfst du fahren.

      Gefällt 1 Person

      Antwort
      1. Kasia

        Solche Vorrangschaltungen haben wir auch. Glücklicherweise hat das noch nicht überhand genommen. Klingt kompliziert; „sagt“ es einem die Ampel, wann man dann beim dritten Mal fahren darf oder muss man mitzählen?

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s